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Warum du auf deine Eier aufpassen solltest! Buchrezension von Gerd Gigerenzer – Risiko

Gerd Gigerenzer hat in seinem Buch „Risiko“ vielleicht keinen Leitfaden geschaffen, „Wie man die richtigen Entscheidungen trifft“, jedoch hat er eine Vielzahl von Fallstricken aufgezeigt.

Die Frage nach den richtigen Entscheidungen begleitet uns ständig, bewusst oder unbewusst.

Manchmal wissen wir eigentlich, was die richtigen Entscheidungen sind. Mehr Sport, weniger trinken und erst gar nicht mit dem Rauchen beginnen.

Hin und wieder glauben wir zu wissen, was richtig ist. Bausparen und Riester und der regelmäßige Check-Up beim Arzt.

In anderen Fällen wissen wir vielleicht unbewusst was die richtige Entscheidung wäre, lassen uns aber nicht immer von unserer Intuition leiten.

 

Wie trifft man jedoch richtige Entscheidungen? Hier müssen wir einfach mal eine Gegenfrage stellen: Gibt es in allen Bereichen des Lebens absolut richtige Entscheidungen?

Das Leben ist keine Abfolge von Münzwürfen. Kopf oder Zahl, richtig oder falsch. Meistens müsste es lauten eher Kopf oder eher Zahl. Das Leben verläuft also in Nuancen. Richtige Entscheidungen zu treffen bedeutet also nicht genau vorherzusagen was geschehen wird sondern die Nuancen und Wahrscheinlichkeiten zu berücksichtigen.

Gerd Gigerenzer verfolgt mit seinem Buch eine Mission. Er will die Menschen risikokompetent machen. Das bedeutet meistens Risiken zu vermeiden. In einzelnen Fällen kann das aber auch bedeuten augenscheinliche Risiken einzugehen.

So fühlt sich eine Geldanlage, die nur aus Bargeld der Heimatwährung besteht sicherlich sehr risikolos an. Hundert Euro von heute werden in der Zukunft immer noch hundert Euro sein. Alle anderen Anlageklassen dagegen sind sicherlich riskanter:

  • Aktien
  • Staat- und Unternehmensanleihen
  • Immobilien
  • Rohstoffe
  • Gold
  • P2P-Kredite
  • Kryptowährungen und -Token
  • Das eigene Humankapital

Wer jedoch sein gesamtes Vermögen in Form von Bargeld, Tagesgeld und Festgeld spart verhält sich entgegen der eigenen Überzeugung sehr risikofreudig. Setzt er oder sie doch im Grunde alles auf eine Karte. Eine Währungskrise wäre sicherlich der größte Risikofaktor für diese Form der Geldanlage. Doch soweit muss man nicht gehen. Allein die Inflation sorgt dafür, dass aus der vermeintlich sicheren Geldanlage ein garantiertes Verlustgeschäft wird. Versuchen wir das anhand eines kleinen Beispiels zu erklären:

Willst du wissen wie sich Zinsen auf dein Vermögen auswirken, gibt es eine simple Faustregel. Die 72er-Regel! Teile hierzu die 72 durch den von dir zu erwartenden Zins und du erhältst den Zeitraum, den es benötigt, bis sich dein Vermögen verdoppelt oder im Fall von negativen Zinsen halbiert hat.

Laut dieser Faustregel dauert es also etwa 24 Jahre bis die anfänglichen 1000€ bei einer Inflationsrate von 3% nur noch die Hälfte wert sind. Du wirst noch immer 1000€ haben, nur kannst dir nun nur noch die Hälfte davon kaufen.

Wie können wir uns also zum Thema Finanzanlage risikokompetent verhalten?

In seinem Buch stellt Herr Gigerenzer eine denkbar einfache Faustregel vor:

Lege deine Eier nicht in einen Korb!

Übertragen auf die Geldanlage solltest du dein Vermögen auf verschiedene Anlageklassen verteilen…

Zusammenfassend war das Lesen des Buchs eine große Freude. Herr Gigerenzer schreibt informativ ohne zu langweilen und unterhält ohne belanglos zu sein. Ein tolles Buch!

 

Einfach loslegen!

So, oder so ähnlich könnte die Message klingen, die ich vom 2018er Finanzbarcamp mitnehme. Erwartungen hatte ich im Grunde keine. Ich wollte all die Blogger und Podcaster auch mal persönlich treffen. Immerhin begleiten viele von ihnen mich schon seit Monaten und Jahren. Ob es nun beim Kochen, Autofahren oder Putzen ist. Die Podcaster sind stets in meinen Ohren.

Besonders gefreut habe ich mich über Jungs von Bison und Lars Wrobbel. Eine Maschine wenn man so will, der mit eiserner Disziplin seine Zeit einteilt.

Neben vielen anderen waren auch Vincent von Freaky Finance und die Beziehungsinvestoren da.  Echt spannend mal alle in echt zu sehen!

Die erste Session wurde von Lars Wrobbel zu dem Thema „nebenberufliche Selbstständigkeit“ geleitet. Neben den klassischen „Buzzwords“ rund um Blockchain, und finanzielle Freiheit waren unheimlich viele Teilnehmer daran interessiert, wie und womit man sich selbstständig machen könnte. So scheinen die meisten die gleichen Probleme zu haben.

  1. Wie komme ich auf tolle Ideen?
  2. Hatte meine Idee nicht schon jemand vor mir?
  3. Ist meine Idee überhaupt gut?

Das ist sicherlich nur eine kleine Auswahl von Fragen, die die Teilnehmer hatten, doch haben all diese Fragen eins gemein: Sie verhindern, dass wir loslegen.

  1. Wie komme ich also auf gute Geschäftsideen?

Gehe mit offenen Augen durchs Leben. Was sind deine alltäglichen Probleme? Womit schlägst du dich rum? Was nervt, dauert zu lange oder ist unbequem? Finde die Probleme deines Alltags und löse sie. Du kannst dir sicher sein, dass die Dinge, die für dich ein Problem sind auch für andere eins darstellen. Hast du ein solches Problem gefunden, hast du eine Geschäftsidee.

  1. Macht es Sinn eine Geschäftsidee zu verwirklichen, die es bereits gibt?

Natürlich! Im Grunde zeigt das doch nur, dass es für die Idee auf jeden Fall einen Markt gibt. So gab es schon vor dem Auto und der Bahn Transportmittel, wie die Pferdekutsche. Auch bevor es Emails und Tweets gab, gab es bereits Kommunikationsmittel.

  1. Der Zweifler in uns.

An diesem Punkt scheitern vermutlich die meisten. Der Selbstzweifel nagt an uns allen und tritt an den verschiedensten Stellen zu Tage. So versuchen wir oft Gründe dafür zu finden eine Geschäftsidee erst gar nicht zu probieren. „Die Idee ist nicht gut“, „Wie soll ich meine Kunden erreichen?“, „Sollte ich nicht erst eine GmbH gründen?“…

Der Leitspruch muss aber lauten: Einfach loslegen!

Wenn dir die erste Version deiner Geschäftsidee nicht wenigstens ein bisschen peinlich ist, dann hast du entweder noch gar nicht begonnen oder sie bis zur Perfektion optimiert. Hier musst du dich aber fragen: Glaubst du, dass du mit der ersten Version deiner Geschäftsidee direkt ins Schwarze treffen kannst? Oder immer wieder nachbessern und anpassen musst?

Das Paretoprinzip kann hier sicherlich eine gute Stütze sein. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir mit 20% des Aufwands bereits 80% der Arbeit erledigen!!!

Na dann legen wir mal los!

Von Bitcoin zur Börse

Die Wege zur Börse sind vielfältig und verschieden. Häufig hört man, dass die Börse nur für Zocker sei, dass die Profis über Insiderwissen verfügten und man ohnehin nur verlieren könne.

Und wenn man doch mal fragt, ob der Einzelne bereits Erfahrung mit der Börse sammeln konnte, verneinen die Meisten. Häufig enden Gespräche mit einem Verweis auf die Dotcom Blase und die Zeit der Telekomaktie, der Volksaktie.

Viele haben in dieser Zeit Geld verloren. Auch die Deutschen.

Im Jahr 2002 notiert der NASDAQ mit einem Verlust von 75% zu seinem Allzeithoch (Tradingview)

Viele sind an die Börse zurückgekehrt und haben Geld verdient. Nur nicht die Deutschen.

Der NASDAQ hat sich seit dem Höhepunkt der Dotcom Blase fast verdoppelt. (Tradingview)

Zu dem Warum die Deutschen ihre Affinität zur Börse noch nicht gefunden haben gibt es viele Meinungen und Erklärungen. Aber ohne tiefer in die deutsche Psyche einzutauchen lässt sich doch das ein oder andere feststellen.

Wir versichern uns, weil wir, wenn auch unbewusst glauben, dass so das Unglück selbst abgewendet werden kann.

Wir lernen, üben und studieren, weil wir glauben nur so ein gutes Einkommen haben zu können.

Und wenn wir dann endlich für unsere Arbeit Geld bekommen, denken wir lieber darüber nach, wie wir mit unserem Geld möglichst viel kaufen können. Der Deutsche ist ein Schnäppchenjäger, Gutscheinsammler und Sparfuchs.

Wir sind fleißig im Verdienen von Geld und Meister im effektiven Ausgeben. Mit dem Geld selbst wollen wir uns aber nicht beschäftigen, denn das wäre ja Arbeit!

Seitdem man bei den Banken „nichts mehr für sein Geld bekommt“ ist eine Form der Ohnmacht entstanden. Es lohnt es sich kaum noch zu sparen. Dann kann man sein Geld auch einfach ausgeben, oder noch besser man kauft eine Immobile. Bei den hohen Mietpreisen lässt sich mit der Miete doch auch eine Immobilie finanzieren.

Und so ist es unter jungen Familien mittlerweile gang und gäbe einen Immobilienkredit über mehrere Hunderttausend Euro aufzunehmen. Alles auf eine Karte und das mit Geld, dass einem nicht gehört.

Diejenigen Millennials, die ihr Glück nicht im Eigenheim gesucht haben steckten ihr Geld in Bitcoin und Co. Für viele von uns war das bisher eine sehr ernüchternde Erfahrung…

In meinem Blog möchte ich von finanziellen Wegen und Umwegen berichten!

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