1. Wie investiere ich „richtig“? Was ist das „richtige“ Mindset?
  2. Woher nehme ich das Geld zum Investieren?
  3. Ich habe Geld gespart, was nun?
„Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg“ Laotse

Wie investiere ich „richtig“? Was ist das „richtige“ Mindset?

Die Frage nach dem richtigen Investieren lässt sich nur schwer beantworten. Viel leichter ist aber die Gegenfrage zu beantworten. Wie investiert man falsch?

Indem man gar nicht investiert…

Es stellt sich natürlich stets die Frage nach dem wie, wann und worin man investieren soll. Und was folgt bei den meisten, wenn sie sich diese Frage stellen? Sie vermeiden es, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen. Das Geld liegt auf dem Tagesgeldkonto, vielleicht einem Bausparvertrag oder es wird einfach ausgegeben. Quittiert wird dieses Verhalten gerne damit, dass man auf der Bank ja ohnehin nichts mehr für sein Geld bekomme. Hierbei handelt es sich in den meisten Fällen um Strategien der Vermeidung.

Wenn es um unser Geld geht, sehen sich die meisten von uns nicht in der Lage, sich den Herausforderungen zu stellen. Geldanlage ist stets mit Risiken verbunden. Jeder der etwas anderes behauptet, hat das Prinzip von Märkten nicht verstanden. Eine erhöhte Rendite ist stets auf ein erhöhtes Risiko zurückzuführen. Wir werden im Grunde dafür bezahlt, ein gewisses Risiko in Kauf zu nehmen. Zugleich muss man sich aber auch bewusst machen, dass eine Geldanlage ohne Risiko nicht existiert. So ist selbst Bargeld mit dem Risiko der Inflation oder einer Währungskrise behaftet.

In meiner Reihe „Investieren leicht gemacht“ möchte ich dir vorstellen wie ich investiere und wie du deine Finanzen selbst in die Hand nehmen kannst. Ich möchte dir Anreize und Denkanstöße bieten. Hier handelt es sich nicht um eine Anlageberatung oder Empfehlung (siehe).

Woher nehme ich das Geld zum Investieren?

Du willst Geld für dich arbeiten lassen und es daher gerne Investieren? Der erste Schritt ist zwar simpel aber nicht unbedingt leicht: Du musst mehr Geld einnehmen als du ausgibst.

Das erinnert dich vielleicht an Diäten. Hier läuft es in der Regel auch darauf hinaus, dass du mehr Kalorien verbrauchst als du zu dir nimmst. Und wie bei den Diäten klingt es erstmal simpel.

Um also Geld sparen zu können bleiben dir zwei Möglichkeiten. Du kannst versuchen mehr Geld zu verdienen oder weniger Geld auszugeben. Ideal wäre es natürlich wenn dir beides gelingt. Von heute auf morgen mehr Geld zu verdienen ist aber in der Regel kaum umzusetzen. Du kannst aber schon heute damit beginnen weniger Geld auszugeben.

Einen spannenden Artikel zu diesem Thema habe ich hier gefunden. Der Autor Marcus Werner  beschreibt nicht nur wo in unserem Alltag unnötige Kalorien auf uns lauern, sondern auch wo viele von uns Möglichkeiten im Alltag haben den einen oder anderen Euro zu sparen. Du kannst also sowohl deinem Portemonnaie als auch deinem Körper einen Gefallen tun, wenn du dir an der ein oder anderen Stelle mal etwas weniger gönnst. Das reicht vom gelegentlichen Verzicht auf den Coffee-to-go bis zum Intervall-Fasten. Das dieses Intervall-Fasten überaus gesund ist, kannst du in dem Buch: „Fasten – Das große Handbuch“* nachlesen. Wenn es aber ums Sparen geht finde ich solche extremen Einschränkungen eher hinderlich. Natürlich muss der tägliche Cappuccino nicht unbedingt sein. Verzichtest du aber pauschal bzw. dogmatisch auf jeden Genuss, kann sich ein Mangel-Denken einstellen. Du schulst deine Aufmerksamkeit darin die Dinge in deinem Leben wahrzunehmen, an denen es mangelt, statt die Fülle an Möglichkeiten zu erkennen.

Wie kannst du also sparen, ohne übermäßig zu verzichten?

Die wichtigsten Kostentreiber sind regelmäßig wiederkehrende Ausgaben wie Abos, Fitnessstudio, Mitgliedschaften, Versicherungen, Miete, Stromkosten, Auto, Handytarife, Netflix und Spotify. Wenn du es also schaffst diese Kosten zu senken oder abzuschaffen wird sich im gleichen Maße dein Sparpotential erhöhen.

Ich habe Geld gespart, was nun?

               Die Kriegskasse

Hier gehen die Meinungen über die genaue Größe ein wenig auseinander. Aber Prinzipiell gilt, dass du immer Cash Reserven haben solltest.Deine Kriegskasse soll verhindern, dass du in den Dispo gehen musst. Die Kriegskasse soll dir aber auch Handlungsspielräume geben. Vielleicht bietet sich dir mal eine tolle Kaufgelegenheit, die du ungern ausschlagen willst?Vielleicht kommt eine längere Prüfungsphase auf dich zu und du kannst deinen Nebenjob zwischenzeitlich nicht weiter machen um dich voll auf dein Studium zu konzentrieren.

Die Größe der Kriegskasse sollte mindestens dem Dreifachen deiner monatlichen Ausgaben entsprechen. Ist absehbar, dass du über einen längeren Zeitraum nicht jobben wirst, sollte die Kriegskasse entsprechend größer ausfallen.

               Wertpapiere

               P2P 

P2P steht für Peer to Peer. Bei P2P-Krediten geben Plattformen Menschen die Möglichkeit einander direkt Geld zu leihen. Die Vergabe von Krediten gehört eigentlich zu den klassischen Bankgeschäften. Sparer stellen der Bank Geld zur Verfügung, indem sie es auf dem Tages- oder Festgeldkonto lagern. Die Bank kann dieses Geld wiederum an andere Bankkunden verleihen.Da die Bank nur einen geringen Teil des Zinsertrags an die Sparer weiter gibt,kann sie mit diesem Geschäft Geld verdienen.

Die verschiedenen P2P-Plattformen ermöglichen eine direkte Kreditvergabe von Person zu Person, sodass P2P auch gerne als Person to Person verstanden wird. Wie das genau funktioniert, und was der Unterschied zum klassischen Bankwesen ist bekommst du in dem Video nochmal erklärt:

Finanzfluss erklärt hier schnell und verständlich worum es bei P2P Krediten geht.

Während in dem klassischen System die Banken die Risiken einer Kreditvergabe tragen (Zahlungsverspätung und -ausfall) und im Notfall noch auf den Staat hoffen können, müssen sich Investoren, die in P2P-Kredite investieren darüber bewusst sein, dass sie nun diese Risiken tragen.

Neben den Risiken seitens der Kreditnehmer besteht auch stets ein „Plattformrisiko“. Das bedeutet, dass nie auszuschließen ist, dass die eine oder andere P2P-Plattform in Schwierigkeiten gerät.

Diese Risiken kannst du nur dadurch verringern, indem du nicht „alle Eier ins gleiche Nest legst“. Anstatt also die einzelnen Kreditnehmer zu bewerten, versuche ich stets meine Kredite auf so viele Kreditnehmer wie möglich zu verteilen. Hierbei unterscheiden sich die verschiedenen Plattformen. Während Bondora* ein Mindestinvestment von nur einem Euro erlaubt, müssen es bei Mintos* schon 10€ sein. Estateguru*, die sich vollständig auf die Finanzierung von Immobilienkrediten spezialisiert haben setzt eine Mindestanlagesumme von 50€ voraus. Die hier genannten Plattformen werden jeweils auch von mir genutzt. Ich investiere stets die Mindestanlagesumme, niemals mehr. So streue ich innerhalb der Plattform auf möglichst viele Kredite.

Eine weitere Möglichkeit zu streuen ist die Verwendung von möglichst vielen Plattformen. Dabei ist die Zahl der Plattformen, die du letztendlich nutzen möchtest davon abhängig, wieviel Geld du in P2P investieren willst.

Bevor du dein Geld überweist solltest du dich also erstmal schlau machen:

Online findest du bei Kritische-Anleger.de und Lars Wrobbel einen sehr guten Überblick. Willst du noch tiefer einsteigen, bevor du deine ersten Erfahrungen sammelst empfehle ich dir das Buch von Lars Wrobbel und Kolja Barghoorn:

Die Plattformen, die ich bisher nutze sind Mintos*, Bondora* und Estateguru*.Für den Einstieg finde ich vor allem Bondora und Mintos gut geeignet, da die Mindestanlage recht niedrig ist und ich hier meine Investitionen sehr bequem automatisieren kann. Statt also alle Kredite einzeln zu bewerten nutze ich den Auto Invest (Mintos) bzw. Portfolio Pro (Bondora). Bei diesen Funktionen überlegst du dir einmal, in welche Kreditarten (z. B.: Auto-oder Konsumkredit), Laufzeiten und Zinssätze du investieren möchtest und wie viel du pro Kredit maximal investieren möchtest. Sobald du diese Funktion aktiviert hast, musst du nichts weiter tun. Besonders wenn du dein Investment möglichst breit streuen möchtest, bietet sich diese Herangehensweise an.

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